Blinde Spiegel - Hans Peter Klie (Fotobuch)
„Ein Angriff auf das Erzählen“ - diesen prägnanten Titel gibt der Journalist und Publizist Heimo Schwilk seinem Vorwort zum Fotobuch von Hans-Peter Klie. Und in der Tat, angeregt wurde Hans-Peter Klie zu seinem fotografischen Essay durch die blind gewordenen Spiegel, die in der Villa Palagonia in Bagheria die gesamte Decke und alle Wände des Spiegelsaals bedecken, über dessen Eingang aber noch die programmatische Sentenz steht: „Spiegle dich in diesen Kristallen und in derselben einzigartigen Pracht betrachte das Bild deiner sterblichen Vergänglichkeit.“
Klie wurde bei der Arbeit von der Gewissheit geleitet, dass Fotografien sinnbildlich „Blinde Spiegel“ sind. Sie erfassen optisch genau, aber tiefer liegende Dinge, ihre Bedeutungsfelder und Verbindungen lassen sich nur aufzeigen, andeuten und zur Erscheinung bringen.
Das Fotobuch enthält 140 Fotografien, die während einer Reise im Nov./Dez. 2025 in Sizilien entstanden sind. Die Fotografien wurden arrangiert zu 70 Diptychen - im Hoch- oder Querformat angeordnet, teilweise Schwarz-Weiß oder in Farbe. Mit gestalterischen Mitteln werden die Dinge und das Gesehene in Bezug und Verbindung gebracht, dabei werden diese Klammern aber nicht ausgedeutet oder Deutungswege vorgezeichnet. Hans-Peter Klie kreist über den Dingen und erlaubt sich nur ästhetische Verbindlichkeiten.
